Familienfotos – Berühren und begeistern

Wenn man sich die Geschichte der Fotografie ansieht, war eine der ersten populären Anwendungen, mit denen die Kamera nicht für abstrakte Kunst oder zum Fotografieren des Haustieres der Familie verwendet wurde, sondern um Menschen und ihre Familien zu fotografieren. Aufgrund der Kosten und der Schwierigkeiten, die jedes Foto gemacht hat, wurden sie zu Lehrstücken, wenn es darum ging, die Bilder schon beim ersten Mal richtig zu machen und so viele Menschen wie möglich in den Rahmen einzupassen. Oft sind es die kleinen Dinge, die diese klassische und oft übersehene Form der Fotografie ausmachen.

Das Problem der Nähe
Auch wenn ich eine Familie fotografiere, ist die Nähe der einzelnen Personen manchmal ein Problem. Wenn alle eng zusammen sind, wirkt sich das auf den Ton aus. Familien, deren Mitglieder sich nahe sind, strahlen Wärme aus. Selbst wenn sich alle an den Schultern berühren wirken die Bilder frei und offen – und nicht wie eine Gesamtkomposition. Ich versuche immer die Menschen so zu platzieren, dass sie in einem leichten Winkel zur Kamera stehen und sich an den Schultern überlappen. Wichtig ist auch, das Alter der Personen zu berücksichtigen. Wenn Oma und Opa dabei sind, benötige ich zwei Stühle.

Kleidung koordinieren
Manchmal empfiehlt es sich, Familien bei der Auswahl der Garderobe zu begleiten. Natürlich obliegt es den Familienmitgliedern was sie tragen. Ich erinnere sie nur daran, das sich manche Farben nicht gut miteinander vertragen und das extreme Farben, Drucke und Logos auf der Kleidung besser vermieden werden sollten. Dies erleichtert mir die Nachbearbeitung und ich haben beide Optionen für Farbe und Schwarzweiß. Wie gesagt, es ist ihr Bild und ihre Wahl, aber eine beiläufige Empfehlung eines Fotografen aus Berlin wird normalerweise geschätzt.

Der Versuch, ein echtes Lächeln zu bekommen
Eine Möglichkeit, ein echtes Lächeln zu bekommen, besteht darin, Menschen dazu zu bringen, etwas zu tun, was sie normalerweise nicht tun. Oft versuche ich sie zu springen oder rennen zu lassen, eine menschliche Pyramiden herzustellen oder was auch immer mir gerade einfällt. Auch ein paar kitschige Witze wirken überraschend gut.

Einstellungen überprüfen
Personen neigen zu der Annahme, dass sie besser in das Bild passen, wenn sie den Kopf neigen und senken. Ein guter Fotograf sollte das bei Familienaufnahmen darauf achten und es vermeiden. Noch ein letzter Check der Kameraeinstellungen: ISO (so niedrig wie möglich), Bildgröße (RAW, Fein), Belichtungskorrektur, Belichtungsmessung usw. Es wäre traurig, am Ende einer großartigen Sitzung zu erkennen, dass man nicht die optimalen Einstellungen gewählt hat. Natürlich unterscheiden sich Innen- und Außeneinstellungen ebenso wie natürlich und künstlich beleuchtete Szenen.